Mit Führungskompetenz und Fairness zum Dreamteam

Westernreiten - Natural Horsemanship - Aachen, Euregio

Denken wie ein Pferd – Fühlen wie ein Pferd. Pferde sind Herdentiere. Nichts bietet ihnen so viel Sicherheit wie die Herde. Das Leittier und die Herdenmitglieder passen aufeinander auf. Das Fluchttier Pferd sieht sich in ständiger Gefahr, von einem Räuber gefressen zu werden. Dies ist unseren vierbeinigen Freunden von ihren Urahnen immer noch einprogrammiert – den einen mehr, den anderen weniger.

Doch dann kommt der Mensch ins Spiel. Der Mensch, der genaugenommen auch als Raubtier zählt, verlangt Dinge vom Pferd, die aus Pferdeperspektive zunächst keinen Sinn ergeben und bedrohlich sind.

Er entfernt es von seiner Herde, setzt es somit aus den Augen des Pferdes lebensgefährlichen Situationen aus und erwartet, dass es ihm vom ersten Tag an vertrauensvoll und bedingungslos folgt. All dies macht aus Pferdesicht keinen Sinn – Da viele Besitzer nicht gelernt haben, die Pferdesprache zu verstehen, entstehen hier die meisten Probleme zwischen Mensch und Tier.

Pferde müssen zunächst lernen, uns für die wenige Zeit, die wir jeden Tag mit ihnen verbringen als „Ersatzherde“ zu akzeptieren. Dafür müssen wir uns ihr Vertrauen erarbeiten und beweisen, dass wir das Zeug dazu haben, auf sie aufzupassen.

Natural Horsemanship - Kommunikation zwischen Reiter und Pferd

Pferde leben im „hier und jetzt“. Sie reagieren aus Pferdesicht immer angemessen und richtig auf die aktuelle Situation. Sie können uns nicht veräppeln, sich „anstellen“ oder bösartig handeln. Unerwünschte Reaktionen haben immer einen Grund. Schmerzen, Angst oder Misskommunikation sind die drei Hauptgründe.

Wir dürfen ebenfalls nicht vergessen, dass wir einem Pferd niemals den „Herdenchef“ wirklich ersetzen können. Wir sind ihnen sowohl körperlich als auch kräftemäßig weit unterlegen. Wir sind auch nicht 24 Stunden am Tag bei ihnen, sondern nur wenige Stunden. Wir können weder so gut sehen oder hören, noch so fein Gerüche wahrnehmen wie Pferde.

Trotzdem ist eine Partnerschaft, bei welcher der Mensch „ranghöher“ ist, möglich. Das Pferd lernt, dass wir auf es aufpassen und es beschützen können. Wir werden somit in kritischen Situationen zu seinem „Verlassmenschen“. So wird es uns vertrauensvoll folgen und Stück für Stück bildet sich eine harmonische Partnerschaft.

Vertrauen erwächst immer aus Gelassenheit, Kompetenz und freundlicher Konsequenz des Besitzers. Da Pferde durch Wiederholung lernen, braucht alles seine Zeit doch der Weg ist das Ziel!

Hier ein paar Eindrücke aus meinem Bodenarbeitstraining: